Zwei Kilo Winterspeck, sieben Kilo nach der Schwangerschaft oder eine ganz andere Zahl — der Ausgangspunkt ist bei jedem anders. Miriam und Florian reden hier aber nicht über die nächste Wunderdiät. Sie schauen darauf, was im Kopf passiert: der Satz "ich muss jetzt abnehmen", das "jetzt ist eh alles egal" nach dem einen Hamburger, und die Frage, die alles verschiebt — wie willst du eigentlich aussehen, wenn du am Ziel bist?
Wo das Thema herkam — und warum es ums Ziel geht
Miriam: Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein. Kennste?
Florian: Ja, willkommen beim Oldies-Radio Düsseldorf.
Miriam: Oh, was denn? Ach, Menno. Was soll denn das heißen?
Florian: Ja, das Lied ist uralt. Das ist Vintage. Das heißt jetzt nicht mehr Oldies, das heißt jetzt Vintage. Ja, genau. Hallo, willkommen zum Podcast.
Miriam: Mit dem Florian.
Florian: Und der Miriam.
Miriam: Und dir. Und.
Florian: Oder euch.
Miriam: Dem Waschbär, der eine Bikini-Figur haben möchte.
Florian: Genau. Was ist das Thema?
Miriam: Das Thema ist ein Hörerthema, das kam auf nach mehreren Sendungen zusammen mit Barbara Klein, die ich an der Stelle ganz lieb grüßen möchte. Das lief auf meiner Facebook-Seite auf, weil Barbara großspurig sagte, Miriam und Florian, also in der Live-Sendung, haben da auch noch ein paar mentale Tricks, wie du dich beim Gewichtsmanagement sehr gut selbst unterstützen kannst. Und dann kamen die Fragen. Wo sind sie, diese Tipps? Und ich sagte, sie existieren noch nicht als Podcast, wir sind dran, ist jetzt auch schon ein bisschen her und wir sind jetzt dran. Da sind sie, sie kommen jetzt. Wo ist das Thema überhaupt? Oder was ist das Thema, wenn Menschen ihr Gewicht in einen Idealzustand bringen möchten, ihr Körpergewicht?
Florian: Das heißt, sie haben schon eine Idee davon, wo sie hin möchten vom Gewicht her?
Miriam: Wäre die erste Frage.
Florian: Oder vielleicht gibt es die Idee auch noch gar nicht.
Miriam: Denn was ich ja oft höre und von mir selbst auch kenne, ist der Satz in meinem Kopf, ich muss unbedingt abnehmen.
Florian: Dringend.
Miriam: Jetzt. Schnell. Wenn das Kleid nicht zugeht. In zwei Wochen, ja genau.
Florian: Das Kleid geht nicht zu. Für in 20 Minuten darf das Kleid passen.
Miriam: Gleich fängt die Sendung an. Gestern ging es noch zu, ich weiß es. So, und bei mir geht es dann um einen Gewichtsunterschied von zwei, drei Kilo über den Winter. Und bei anderen Menschen geht es eben auch deutlich um mehr. Die größte Spanne, die ich bis jetzt in Gewichtsmanagement überbrückt habe, waren sieben Kilo nach der zweiten Schwangerschaft. Die waren schon deutlich spürbar. Sieben Kilo machten bei mir zwei Kleidergrößen. Also ich trage normalerweise eine 36.
Florian: Bei dir sind sieben Kilo schon viel.
Miriam: Und war dann bei 40. Und das hat mir persönlich gar nicht mehr gefallen. Also der Blick in den Spiegel hat mir nicht gefallen.
Florian: Okay.
Miriam: Das ist das, was ich auch in den Sendungen...
Florian: Aber da ist schon ein, wie bist du dran geblieben wahrscheinlich drin, ne? Ja. Da ist schon ein Trick.
Miriam: Da ist schon ein Trick, ich habe jeden Tag in den Spiegel geguckt. Nein, das war fürchterlich. Der hat nicht funktioniert, der hat zwei Jahre lang nicht funktioniert. Ich habe zwei Jahre lang vorm Spiegel gestanden und gedacht... Und dich schlecht gefühlt? Bäh, ja.
Die Vegan-Challenge: ein Zeitfenster und eine Zahl
Florian: Wie hast du es dann geschafft?
Miriam: Eine Freundin hatte mir ein Buch geschenkt, das war diese Vegan-Challenge nach Attila Hildmann. Und nach mehreren unglücklichen Halbversuchen, dieses Gewicht irgendwie zu reduzieren, über vernünftig essen und mich ein bisschen bewegen, ich darf vielleicht anmerken, dass ich nicht zu den Sportskanonen dieser Welt gehöre, und es nicht funktionierte, habe ich mir dann überlegt, okay, da steht drin, dass Menschen in vier Wochen bis zu zwölf Kilo verloren haben. Vier Wochen halte ich durch. Und ich fand es auch ganz spannend, mal zu sehen, was mein Körper tut, wenn ich mich nur von Gemüse und Getreide ernähre. Das vegane Ernährung ist ganz ohne Tier. Ich hatte gestern einen Dreh, wo es auch um Kochen ging, da sagte mein Co-Moderator ohne Mu und ich sagte und auch ohne Mäh. Also das nur am Rande. Und dann hatte ich plötzlich vier Wochen. Also ich hatte plötzlich ein Zeitfenster, das hatte ich vorher nicht. Und ich wusste auch, in diesen vier Wochen geht es um die sieben Kilo. Es waren also zwei Zahlen plötzlich im Raum.
Florian: Das heißt, du hattest ein konkretes Ziel mit wie lange das läuft und was du erreichen möchtest. Genau. Hast du dir auch vorgestellt, wie du dann aussiehst?
Miriam: Nein. Den Trick würde ich heute übrigens anwenden und den wende ich jetzt an, wenn es um die zweieinhalb Kilo Winterspeck geht.
Florian: Ja. Interessant. Das kenne ich auch von mir, dass das gut funktioniert. Zum Beispiel so eine Fastenkur zu machen, um mal einfach alles rauszuholen und zu sagen, das fängt eine andere Zeit des Essens an. Im Sommer jetzt gerade gibt es einfach so viel tolles Gemüse und um aus dem Wintertrott noch rauszukommen, dieses schweren Essen zu haben, habe ich dann eine Fastenkur gemacht und das auch zeitlich beschränkt auf 10 Tage. Um dann, weil ich weiß, dass es dann überschaubar, ne?
Miriam: Ja, genau. Es fühlte sich überschaubar an.
Florian: Und ich weiß bei dir, dass du es nach der Vegan-Challenge, nach den vier Wochen, hast du das ja weitergemacht oder machst du es sogar noch weiter? Ja. Das heißt, da ist ja irgendwie trotzdem noch was mit dranbleiben bei dir.
Miriam: Ja, das hatte andere Gründe. Das hatte gar nicht so viel dann mit dem Gewichtsmanagement an sich zu tun. Nur Fakt ist, dass in den Jahren vorher, in denen ich erfolglos mal ab und dann relativ schnell wieder zugenommen hatte, gab es einen Unterschied. Ich hatte erstens kein echtes Ziel, also das war nicht da und ich war unglaublich unehrlich zu mir selbst. Also ich habe mich ständig selbst hinter die Jacke geführt. Ich war nicht konsequent, in keinster Weise.
Der eine Hamburger — und das "jetzt ist eh alles egal"
Florian: Das heißt, trotz Ananas-Diät hast du auch mal Tomaten gegessen.
Miriam: Richtig. Also das hast du jetzt sehr schön formuliert. Eine Tomate wäre cool gewesen. Nur damals habe ich ja wirklich auch noch Fleisch gegessen. Und wenn es sich dann ergab, an einer Frittenbude vorbeizukommen, habe ich einen fetten Hamburger und Fritten gegessen mit der Idee im Kopf.
Florian: Warum haben wir uns erst kennengelernt? Ja!
Miriam: Machen wir jetzt mal eine Ausnahmewahl dazu. Ich habe jetzt so Bock auf einen Hamburger. Ein Hamburger ist ja nicht dramatisch. Und doch, in so einer Strecke, also wo ich gerade dabei bin, diese Fettverbrennung anzuschmeißen, so ist ein Hamburger dramatisch. Und es macht auch danach, nach dem Essen des Hamburgers, passierte was Spannendes. Weil danach hatte ich so ein Gefühl von, es ist eh alles hoffnungslos. Jetzt ist der drin.
Florian: Das kenne ich auch.
Miriam: Jetzt ist der drin.
Florian: Jetzt gehen die Fritten auch noch.
Miriam: Es ist scheißegal. Dieses Wort war in meinem Kopf.
Florian: Dabei stimmt es gar nicht.
Miriam: Es stimmt nicht. Und ich hätte den einfach lassen sollen. Das ist ja ähnlich lustigerweise wie beim Rauchen oder beim Alkohol trinken. Manche Menschen können das vielleicht. Einmal im Monat einen Hamburger essen. Bei mir war es schon immer im Leben so, wenn ich mir diese Ausreißer gönne, dann ist es nicht so, dass es dann dabei bleibt. Jetzt mit Alkohol habe ich kein Thema, nur ich habe streckenweise geraucht und auch viel geraucht und es war dann so, ich kann nicht sozusagen, ich konnte damals nicht.
Florian: Du konntest nicht einmal rauchen und dann wieder nicht.
Miriam: Und dann wieder wochenlang nicht und dann mal wieder auf einer Party oder so. Das ging nicht. Und deshalb, beim Abnehmen war das so ähnlich, das Gefühl. Dann war ich wieder zurück. Also dieser Hamburger und die Pommes, dieses eine Ding hat mich quasi komplett zurückgeschleudert oder ich habe mich davon zurückschleudern lassen.
Florian: Es gibt ja da dieses schöne Buch der 4-Stunden-Körper von Timothy Ferris und der hat auch eine Diät da drin oder eine S-Form da drin und da gibt es regelmäßig Tage, an denen alles gegessen werden darf. Und was ich an dieser Idee so brillant finde, ist, dass er immer wieder, also keine Ahnung, ich suche mir den Samstag aus als den Tag, da darf ich so viel essen, wie ich will oder es ist sogar Pflicht innerhalb dieses Dings, so viel zu essen, wie ich will. Das dann am nächsten Tag ganz automatisch wieder das übliche Programm anfängt. Also es wird jede Woche wieder trainiert, kurz aufzuhören und kurz wieder anzufangen. Das heißt, es ist gar nichts Besonderes mehr an der Stelle, sondern es gehört einfach, das Wieder-Anfangen gehört einfach wieder mit dazu. Was ich ganz spannend finde als Reaktion darauf, wie du es eben beschrieben hast, weil ich das eben auch von früher kenne oder auch bei anderen Leuten schon beobachtet habe. Das fühlt sich super an, finde ich. Dass das dann ein Ausreißer dazu führt, dass so ein ganzes, dass Monate ad absurdum geführt werden bei manchen Menschen im Kopf. Oder früher wurden. Und es viel schlauer ist dann zu sagen, okay, alles klar, Hamburger gegessen, jetzt die Fritten spare ich mir aber und nachher gibt es wieder einen Salat. Und es geht einfach ganz normal wieder weiter.
Miriam: Ja. Was ich schon gemerkt habe ist, und da bist du vorher kurz darauf eingegangen, heute, wo ich mein Gewicht halte und wo ich manchmal...
Florian: Wo du fantastisch aussiehst. Schade, dass wir keinen Schau-Podcast haben.
Miriam: Haben wir. Jeden Samstag. Die Beziehungskiste. Zu anderen Themen. Dankeschön. Wenn es um diese zwei Kilo, die mich dann stören, wo du ja immer schon die Augen verdrehst und sagst, wo sind die denn?
Florian: Ich sehe sie eben. Wir hatten ja noch nicht mal eine Waage bis vor kurzem.
Miriam: Dann hilft mir dieses, ich sehe mich dann schon in ein, zwei Wochen in diesem Kleid, in genau dieser Konstitution, die ich an mir so liebe, an meinem Körper.
Glaubenssätze killen und eine andere normale Essensweise finden
Miriam: Die vier Wochen Vegan Challenge haben übrigens ganz viele Glaubenssätze gekillt, die ich vorher hatte. Also Menschen haben mir beigebracht, dass ich zum Beispiel nach zwei Kindern nie wieder so aussehen kann wie mit 20. Dass ich ab 40 nicht mehr so schnell abnehmen kann. Also es waren alles Glaubenssätze, die ich gelernt hatte von anderen Menschen. Sogar von meiner Mutter zum Teil. Und diese vier Wochen Vegan Challenge haben das alles am Kopf gestellt. Ich habe in rasendem Tempo, wenn ich diese überflüssigen Pfunde, die ich ja vorher nicht hatte, deswegen waren sie für mich überflüssig, bin ich losgeworden. In diesen vier Wochen hat sich mein gesamter Körper einmal saniert. Ich darf dazu sagen, es war ein individuelles Einzelergebnis im Anschluss an 40 individuelle Einzelergebnisse, die alleine in dem Buch beschrieben sind. Und die Wahl, die ich danach hatte, nach diesen vier Wochen, war, wieder zurückzugehen in die Mischkost, in die sogenannte, also das heißt wieder Fleisch und Fisch und alle möglichen anderen Dinge in meinen Speiseplan aufzunehmen, Milch, Eier, Quark, was weiß ich, Sahne. Oder bei dieser für mich da sehr schmackhaften veganen Küche zu bleiben, die mir vier Wochen lang bewiesen hat, wie gut es mir damit geht. Es ging mir gut. Ich habe ja nicht vier Wochen lang Eiweißdrink getrunken, den immer gleichen und mich dann danach gesehnt, endlich wieder normal zu essen, sondern ich habe eine andere normale Essensweise kennengelernt, die als vollwertige Essensweise funktioniert.
Florian: Oder was heißt ein Trick? Das ist dann einfach... Das ist dann tatsächlich keine Diät, weil dann gibt es auch keinen Jojo-Effekt, weil es nicht endet.
Miriam: Ich mag die Eiweißdrinks von Barbara Klein deshalb, weil sie sehr schnell Abhilfe schaffen und weil sie mir zum Beispiel helfen, einen Ausgleichstag einzurichten. Das heißt, die nutze ich ganz bewusst, wenn ich weiß, morgen sind wir auf eine Party eingeladen und es wird dort, Fritten sind vegan, es wird dort viele Fritten und eine Menge Schokolade geben und ich werde das auch alles essen. Dann macht Barbara zum Beispiel den Ausgleichstag vorher und ich mache ihn.
Florian: Nachher.
Miriam: Dann habe ich einen Tag, da bin ich quasi wirklich auf fast null. Also da habe ich dann morgens ein Eiweißshake mit ein bisschen Obst und Früchten, also Obst und Obst und was weiß ich, Cerealien drin. Mittags habe ich nochmal ein Eiweißshake und abends habe ich einen Salat und damit ist sozusagen die Sünde, der Tag vorher ist, damit erlegt an einem Tag.
Florian: Ja, was ich gemerkt habe auch ist, ich bin ja viel in verschiedenen Firmen unterwegs und dann gibt es eben manchmal nur die Kantine oder es gibt nur die Frittenbude oder irgendwas mittags und ich darf einfach vorbereitet sein. Eben zum Beispiel dann so ein Eiweißshake dabei zu haben, ist für mich super praktisch, weil dann habe ich plötzlich wieder die Wahl mittags. Und wenn ich den nicht dabei habe, dann habe ich halt die Wahl zwischen hungern oder Frittenbude.
Miriam: Und Hungern hat noch nie wirklich was genutzt in meinem Leben. Ich hab's auch probiert. Hungern ist das allerblödeste. Wenn ich anfange, bewusst nichts zu essen.
Florian: Vor allem ist es ja auch, ich darf ja dann am Nachmittag trotzdem fit sein und trotzdem mit irgendwas beschäftigt sein. Das heißt, ich darf ja irgendwo die Energie herhaben. Und genauso geht es dir, liebe Hörer da draußen, ja wahrscheinlich auch. Es geht ja darum, ganz normal im Alltag, wenn du zu deiner fantastischen Traumfigur kommst, dass es ganz einfach sein darf.
Miriam: Ja. Und deswegen nach wie vor, wie siehst du aus, wenn du dein Gewichtsmanagement-Projekt abgeschlossen hast?
Florian: Ja, weil dann ergibt sich auch automatisch das, dass du eine Begeisterung dafür entwickelst, dass du rausfindest, was tut dir tatsächlich gut an Essen und das ist ja sehr individuell.
Vorbilder, die es geschafft haben — und die kritische Stimme im Kopf
Miriam: An der Stelle auch wirklich mit dem Kopf, ihr wollt ja Mentaltipps, das war das, was die Zuschauer der Sendung wollten, die Ernährungstipps gibt Barbara besser als ich. Die Mentaltipps sind eben auch nicht, sich darauf zu konzentrieren, wie es nicht funktioniert. Also die 100 Beispiele mit Jojo-Effekt, die kennen wir alle. Die brauche ich nicht. Ich will ja die Beispiele, die mir zeigen, dass es geht. So ich sehe ein Vorher-Nachher-Bild von Barbara Klein zum Beispiel, die jetzt seit, ich weiß nicht, 20 Jahren ihr Gewicht hält. Ich halte jetzt seit, vor vier Jahren habe ich das gemacht, seit vier Jahren halte ich mein Gewicht immer roundabout plus minus zwei Kilo. Es ist nie dramatisch mehr geworden. Alles gut. Es gibt diese Menschen. Es gibt Menschen, die mit 50 Jahren entscheiden, ich komme jetzt von meinem Kampfgewicht 90 Kilo wieder runter auf die 75 Kilo, die mir gut stehen und mache wieder regelmäßig Sport. Dein Vater, tolles Beispiel. Wahnsinn, ne? Der hatte auch mal eine Zeit lang ein bisschen mehr Kampfgewicht, ne?
Florian: Ja.
Miriam: War so ein Gemütlicher in der Zeit. Stimmt. Der sieht jetzt aus, als würde der Marathon trainieren, ne? Dein Vater ist total drahtig und das ist Hammer.
Florian: Und er hält das. Und er macht viel über den Sport, ne? Weil ihm das auch gut tut an der Stelle.
Miriam: Ja, und er hatte ein Ziel.
Florian: Ja, genau.
Miriam: Und ich glaube, er hat nach wie vor ein Ziel. Dieses Ziel ist jetzt nicht mehr dieses, so sehe ich dann aus, sondern bei ihm ist das Ziel eher, ich bleibe bis zum letzten Tag sehr gesund und fit. Ja. Also den Eindruck habe ich bei ihm. Er fühlt sich auch wohl in diesem neuen Körper und er schätzt den sehr. Das gefällt mir. Mich so zu fühlen, so auszusehen, mich so bewegen zu können in dem Alter. Grandios. Dein Vater wirkt auch ungefähr 15 Jahre jünger, als er ist. Also das dürfen wir an der Stelle mal sagen. Wir haben kein Erlaubnis, von ihm ein Foto zu posten in diesem Podcast. Florian wird es wahrscheinlich auch einfach tun. Das ist schon toll. Und das funktioniert auch während dieses Gewichtmanagements. Und dabei ist es völlig egal, ob es 30 oder 3 Kilo sind, um die es geht. Das macht nicht den Unterschied. Den Unterschied macht, was willst du erreichen.
Florian: Ja und ich glaube, manchmal kann es ja gut sein, dieses, was du auch beschrieben hast vor dem Spiegel, dieses, das will ich nicht mehr, dieses Gefühl mitzunehmen, als Antrieb zu sagen, jetzt veränderst du was und dann auch gleichzeitig nach vorne zu schauen, wohin soll es denn gehen.
Miriam: Und dann darfst du dir zum Beispiel Bilder von Frauen irgendwo versteckt oder offensiv hinkleben, die dir gefallen.
Florian: Oder Männer.
Miriam: Ja, die Männer, bitte Männer. Ja, genau. Also wie es dir halt so ist, wie du möchtest.
Florian: Von einem Körper, wo du sagst, das ist schön für dich.
Miriam: Eine ganz liebe Freundin von mir, die auch erfolgreichst ihr Gewicht auf ihrem Idealpunkt hält, hat als Vorbild Barbara Schöneberger. Barbara Schöneberger ist kein Hungerhaken. Das stimmt. Das ist einfach eine sehr frauliche, wohlgeformte, also ich mag die auch gerne von ihrer Figur her. Das heißt, sie hatte sich dann, weil sie von sich keine Fotos hatte als junges Mädchen im Idealzustand, hat sie sich dann eben Barbara Schöneberger in ihre Kladde reingeklebt vorne, sodass, wenn sie die aufgeschlagen hat, um sich was zu notieren, als erstes immer Barbara Schöneberger gesehen hat und wusste, ja, bald ist es soweit. Und bei ihr ging es auch um mehr als 20 Kilo.
Florian: Ja, schön.
Miriam: Hat die gemacht. In einer fantastischen Zeit, mit einer großen Motivation. Bei mir funktioniert es über die Bilder von mir in der frühen Zeit meiner Band. Da finde ich, hatte ich die absolute Idealfigur. Da habe ich mir am besten gefallen. Da erinnere ich mich, dass ich damals vor den Spiegel gegangen bin, habe mich hingestellt und habe gedacht, ja, check. Wir beide, du und ich, jetzt auf die Bühne, hepp.
Florian: Mir geht es mit deinem Körper immer noch so.
Miriam: Das ist übrigens auch ein Segen. An der Stelle auch ein Stück weit dankbar zu sein. Denn was wir alle ja oft tun, und da sind wir beim nächsten mentalen Trick, ist, wer ist am kritischsten? Oder ich frage mich manchmal, wer ist am kritischsten mit mir? Das sind gar nicht so sehr die anderen. Das Heftigste, was ich zu hören bekomme, das passiert in meinem Kopf.
Florian: War es immer noch?
Miriam: Es hat sich deutlich verbessert. Nur ich ertappe mich ab und zu dabei. Wenn ich zum Beispiel nach einer Fernsehsendung, die 120 Minuten gedauert hat, nach dem Mikrofon abkabeln sowas im Kopf gehabt hätte wie, diese eine Stelle, ich wünschte, ich könnte es zurückspulen, so ein Kack, wie komme ich denn darauf, sowas zu sagen oder sowas zu fragen da? Statt die 120 Minuten zu sehen, die wirklich gelungen waren in ihrer ganzen Improvisation.
Florian: Und darum geht es ja, genau. Und eben, wenn du jetzt zwei Wochen lang oder vier Wochen lang sehr konsequent genau das gegessen hast, von dem du weißt, das tut mir gut, dass dann, wenn dann der Burger mal kam oder das Stück Kuchen kam oder was auch immer in einem besonderen Kontext, dass du dann wieder sagst, und jetzt geht es wieder einfach ganz normal weiter. Und diese Stimme im Kopf oder dieser Selbstdiskurs dann an der Stelle nicht abdriftet über dieses eine Stück Kuchen, sondern dann tatsächlich wieder aufs Ziel drauf geht und du sagst, ja, jetzt mache ich einfach weiter.
Miriam: Unbedingt, Kladde auf, Barbara Schöneberger angucken.
Florian: Und die hat bestimmt auch mal einen Kuchen gegessen.
Miriam: Kladde wieder zu. Und bitte die Ehrlichkeit zu sich selbst, wenn ich diese Ausnahmen mit dem Kuchen jeden Tag mache.
Florian: Dann habe ich aber die These, dann ist das Ziel nicht klar. Oder das Ziel nicht groß genug, nicht spannend genug. Weil wenn du dir jeden Tag tatsächlich vorstellst, wie schön ist das, wie gut siehst du dann aus, wie gut fühlst du dich.
Miriam: Wie beweglich bist du, wie energetisch. Es kommt ja auch darauf an, wie gesagt, wie viele Kilos sind es.
Florian: Wenn du dir das jeden Tag vorstellst, dann fällt es dir auch ganz leicht.
Miriam: Welche Menschen haben das schon geschafft? Kann ich mit denen in Kontakt kommen? Wie haben die das gemacht? Kann ich denen diese Frage stellen? Werde ich denen diese Frage stellen? Vielleicht in einem Internetforum oder es gibt diese tolle Gruppe, diese BMI-Gruppe von Barbara im Internet. Ah ja. Sportsfreunde Flexi-Sports heißt die. Alles begann mit BMI, das heißt übrigens Body Mind Improvement, also nicht der Body Mass Index, sondern das ist ein Training. Dort unterstützen sich Menschen, die keine Leistungssportler sind, sondern die einfach ihre kleinen und großen und riesigen Erfolge dort erzielen und sich gegenseitig Tipps geben, sich unterstützen, sich bei Laune halten, die es schaffen. Und hier würde ich ganz besonders die ansprechen, die es wirklich geschafft haben, die so weit gekommen sind, wie ich es auch gern möchte. An denen würde ich mich orientieren wollen. Also ich orientiere mich sehr gerne an Barbara.
Florian: Und dann hilft die Unterstützung der Gruppe einfach, dass die sagen, okay, wir haben das vielleicht auch schon mal erlebt, wir haben das auch schon gemacht, das geht. Voll gut.
Träum dich hin: Ziel definieren statt Schritte planen
Miriam: Das ist super. Also, Ziel definieren, nicht denken, ich mache jetzt dies und jenes und das sind meine Abläufe, meine Schritte, sondern was ist das Ziel? Wohin darf es gehen? Damit hilfst du deinem Kopf wirklich gerade beim Vorhaben wie Gewichtsmanagement. Ja, sehr gut. Wie möchtest du aussehen? Wie siehst du denn ideal aus? Die meisten trauen sich ja gar nicht, sich vorzustellen, wie sie in Kleidergröße 38 im Glitzerkleid eine Showtreppe runtergehen für Männer und Smoking.
Florian: Ich stelle mir dann immer vor, wie das wäre und dann denke ich mir, das ist nicht das Bild, das ich haben möchte.
Miriam: Du siehst dich vielleicht im Himalaya klettern.
Florian: Nein, nein, ich meinte mit dem Glitzerkleid.
Miriam: Nein, ich hätte das Bild vom... Bei mir kleiner Größe 36, Glitzerkleid, Showtreppe. Und jeder Schritt, den ich tue auf dieser Showtreppe, geht das Licht an von der Stufe. Super oldschool. Deutsches Fernsehballett 1974.
Florian: Und bei mir wäre es eher der Smoking mit Zylinder, ja.
Miriam: Oh, der würde dir jetzt schon toll stehen. Vielleicht machen wir das irgendwann mal, oder?
Florian: Ja.
Miriam: So eine Smoking-Aktion hatten wir noch nie zusammen. Richtig Abendkleid und Smoking hatten wir noch nicht.
Florian: Ja.
Miriam: Oh, freue ich mich jetzt schon drauf.
Florian: Das ist eine coole Idee.
Miriam: Ja.
Florian: Das heißt einfach Situationen, wo du sagst, wo du vielleicht dich auch hin träumst. Ja, schön.
Miriam: Dem Kopf helfen, wie kleine Kinder. Ich werde Feuerwehrmann.
Florian: Und wir haben noch so ein paar andere Tricks aus der NLP-Kiste, wo es dann eher um Formate geht, also wo man tatsächlich noch mehr unterstützen kann. Und sowas gibt es dann eher bei uns im Seminar.
Miriam: Ja, macht auch Sinn. Also wir laden dich herzlich ein. Wir haben ein kompaktes Wochenendseminar. Unser Sprachzaubertag hilft schon sehr viel weiter am 1.10. Das ist ein einziger Tag und du darfst mal reinschnuppern in die Sprachzauberei, melde dich an. Auf unserer Homepage findest du alle Informationen dazu. Und natürlich freuen wir uns klar, wenn du dich für den November Practitioner anmeldest. Hier sind nur Plätze frei.
Florian: www.kontext*denken.de Nächsten Dienstag gibt es ein neues Thema. Perfekt.
Miriam: Und jetzt geht's los. Im Glitzerkleid und im Smoking.
Florian: Oder im Badeanzug.
Miriam: Oder als Freeclimber im Himalaya.
Florian: Oder am FKK-Strand. Was auch immer du für Bilder jetzt im Kopf haben möchtest, um dass es dir gleich noch besser geht.
Miriam: Ganz genau. Träum dich hin. Vielen Dank fürs Zuhören und viel Spaß beim Erfolg.
Florian: Bis nächste Woche.
Miriam: Bis dann. Tschüss. Ciao.